Die Krankheit MCS und ihre Auswirkungen

Die Krankheit

Von der Umwelterkrankung MCS sind in Deutschland nach neuesten Schätzungen mindestens eine Million Menschen betroffen, die meisten ohne es zu wissen. Sie besuchen verzweifelt einen Arzt nach dem anderen, die Ursache der Beschwerden aber bleibt meist unklar. 
MCS ist eine Krankheit, deren Symptome durch Umweltfaktoren ausgelöst werden. Dabei reagiert das Immunsystem bereits auf kleinste Mengen chemischer Stoffe, (z.B. Wasch- oder Putzmittel, Autoabgase, Kunststoffausdünstungen u.v.m.) mit Symptomen wie Atemnot, Konzentrationsstörungen, Schleimhautreizungen, extreme Geruchsempfindlichkeit, Verwirrtheit und Depressionen. Unter dem Einfluss von Schadstoffen spielt das Immunsystem verrückt. Weiße Blutkörperchen werden vermehrt gebildet. Antikörper greifen ohne Vorwarnung den eigenen Organismus an, die Konzentration hormonähnlicher Substanzen zur Abwehrsteuerung gerät aus dem Gleichgewicht. Die MCS-Auslöser verhindern die Funktion der Enzyme, die Umweltgifte eigentlich ausscheiden sollen.

Meine Geschichte

Eigentlich müsste ich in einem gefliesten Raum sitzen und jeden Kontakt mit der Außenwelt meiden. Ich reagiere auf Parfüms, Wasch- und Putzmittel,Kosmetikartikel, Rauch, Ausdünstungen von Lederwaren und Bekleidung. Komme ich damit in Berührung, bekomme ich Sehstörungen, Reizung der Nasen- und Mundschleimhaut, Darmkrämpfe und Gleichgewichtsstörungen. Auch in Räumen mit neuen Möbeln und frisch gestrichenen Wänden halte ich es keine Sekunde aus. Schuld daran ist meine Multiple Chemikalien-Sensitivität. 
Seit 20 Jahren arbeite ich bei einem Lebensmittel- und Textildiscounter in der Textilabteilung. Wir beziehen unsere Ware überwiegend aus Fernost. Plötzlich bekam ich Entzünden in den Augen. Meistens dann, wenn ich Turnschuhe auspackte. Mit den Jahren wurden meine Symptome immer schlimmer. Ich konnte den Geruch von Jeans und Lederjacken nicht mehr ertragen. Mir ging es dann körperlich richtig schlecht. Mein Arzt konnte meine Beschwerden nicht richtig einordnen. Ich ging weiterhin jeden Tag zur Arbeit, da ich nicht als Simulant abgestempelt werden wollte.

Die Ursachen

Unterschiedliche Ursachen tragen dazu bei, dass sich MCS entwickeln kann. Die Bekanntesten sind:

Wenn man über einen längeren Zeitraum (oft über Jahre) einem Cocktail verschiedener, niedrig dosierter, chemischer Substanzen oder kurzzeitig einmalig einer hohen Dosis einer chemischen Substanz wie Formaldehyd, Lösungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel, Pestizide, Narkosemittel, Chlor ausgesetzt ist. 

Ausgesetzt bedeutet in diesem Fall, dass man chemische Substanzen einatmet, einnimmt oder in anderer Weise, etwa über Hautkontakt, in Berührung kommt.

Auch Studien aus Kanada, den USA und Deutschland zeigen, dass eine genetische Variante die Wahrscheinlichkeit erhöht, Chemikalien-Sensitivität zu entwickeln.

Welches sind die häufigsten Symptome?

Von MCS Betroffene reagieren sehr unterschiedlich auf den Kontakt mit einer für sie schädlichen Substanz. Darum ist die Liste der möglichen Symptome auch sehr lang. Das heißt aber nicht, dass Umweltkranke all diese Symptome gezeigt bzw. gleichzeitig gezeigt hätten.

MCS ist eine Krankheit, die mehrere Organsysteme betrifft, was bedeutet, dass (nach der Definition von MCS) unterschiedliche Organsysteme betroffen sein können. 
Auch das ist eine Ursache für die Vielzahl der möglichen Symptome:

  • (Nahrungsmittel-)Allergien und Sensitivitäten
  • allgemeine Abgespanntheit
  • Blackouts
  • chronische Müdigkeit
  • Depressionen
  • Entzündungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • grippeartige Symptome
  • Hauterkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Lungenprobleme
  • Magen- und/oder Darmprobleme
  • Orientierungslosigkeit
  • Probleme mit den Atemwegen
  • Probleme mit Hals, Nase und Ohren sowie Nebenhöhlen
  • Schwindel
  • Störung des Kurzzeitgedächtnis
  • Störungen im Autoimmunsystem
  • senitive Reaktionen auf elektromagnetische Felder
  • Vergiftungserscheinungen (Zittern, Übelkeit, ...)
  • usw...

Welche Substanzen können eine Reaktion hervorrufen?

Ein MCS-Patient reagiert auf verschiedene alltagsübliche chemische Substanzen. Oft beginnt die Umweltkrankheit MCS zunächst mit einer sensitiven Reaktion - beispielsweise, was Parfüme und Duftstoffe oder Zigarettenrauch anbelangt. In diesem Stadium wird MCS meist noch gar nicht erkannt, was zur Folge hat, dass immer mehr Substanzen hinzukommen, auf die der Betroffene reagiert (ein ganz deutliches Anzeichen für diese Krankheit!), sofern er keine Maßnahmen zur Vermeidung dieser Stoffe ergreift. Schon geringste Konzentrationen, die für gesunde Menschen (noch) keine Folgen haben, können bei MCS-Patienten (schwerwiegende) Reaktionen hervorrufen.
Beispiele für Substanzen, auf die MCS-Patienten heftig reagieren können, sind:

  • alle parfümierten Produkte
  • Arzneimittel
  • Auspuffgase
  • Gase von Durchlauferhitzern, Küchenöfen und Gasherden
  • Insektizide, Unkrautvernichter usw.
  • Kitt, Farbe, Leim, Klebemittel usw.
  • Körperpflegeartikel (Deodorant, Seife, Shampoo, Creme, Zahncreme usw.)
  • künstliche Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln und Getränken
  • Kunststoffe, Weichmacher (Phthalate), Gummi usw.
  • Lufterfrischer und Duftöle
  • neue Baumaterialien und Möbel
  • neue Fußbodenbeläge
  • neue oder frisch gereinigte Kleidung
  • Papier, Tinte, Druckerfarben, Zeitungen, Bücher, Zeitschriften, Druckertoner usw.
  • Rauch von offenen Kaminen, Holzöfen und Lagerfeuern
  • Smog und Feinstaub
  • Wasch- und Putzmittel
  • Zigaretten-, Zigarren- und Pfeifenrauch
  • usw.

Dauer und Reaktion

Nach der Aufnahmen der Chemikalien können die Symptome innerhalb von Sekunden oder auch um Stunden verzögert auftreten und von Minuten bis Stunden oder gar Monate andauern.

MCS macht einsam.

Bei uns sind Sie es nicht, denn wir haben alle die gleichen Probleme.